Besuch aus Übersee - Amerikanische Austauschschüler zu Gast am Gymnasium Ergolding

Ein großes Hallo...

... gab es Ende März am Flughafen München, als 20 Ergoldinger Schüler und Schülerinnen ihre Austauschpartner der Boiling Springs HighSchool aus South Carolina begrüßten. Neben zahlreichen Willkommensplakaten wurden die Gäste standesgemäß mit bayerischer Blasmusik und einem von den Gasteltern organisierten Weißwurstfrühstück am Gymnasium Ergolding begrüßt. Dass sich die meisten Schüler bereits vom Besuch der Ergoldinger Gymnasiasten in den USA ein Jahr zuvor kannten, war deutlich spürbar und sorgte für ein rasches Eingewöhnen in den Gastfamilien.

Während des insgesamt 18-tägigen Besuchs in Deutschland war einiges geboten: Ebenso wie für die Ergoldinger ein Jahr zuvor, stand für die amerikanischen Gäste natürlich die reguläre Teilnahme am Unterricht an. Hauptsächlich in Englischstunden, aber auch in Mathematik, Kunst, Wirtschaft und Co. stellten die Jugendlichen Gemeinsamkeiten, aber auch durchaus Unterschiede im Schulalltag fest. So zeigten sie sich unter anderem beeindruckt vom hellen und freundlichen Schulgebäude sowie vom disziplinierten, eigenverantwortlichen Lernen in den Klassenzimmern. Gerade im Englischunterricht waren die Amerikaner jedoch nicht nur Beobachter, sondern in erster Linie hoch geschätzte Experten und Konversationspartner. Die Ergoldinger Unterstufenschüler konnten ihre Englischkenntnisse durch schier unendliche Fragen sowie Rollenspiele unter Beweis stellen und in den Kursen der Oberstufe gaben die amerikanischen Gäste wertvolle Rückmeldung in der Vorbereitungsphase auf die mündliche Klausur.

Fremdsprachenunterricht gab es aber auch für die Amerikaner selbst: Trotz höchst unterschiedlicher Vorkenntnisse kamen alle in den Genuss mehrerer DaF-Stunden (Deutsch als Fremdsprache), in denen vor allem Alltagssituationen wie z.B. Einkaufen auf dem Stundenplan standen. Dem für die Austauschbegegnung gewählten Thema Recycling & Nachhaltigkeit wurde sowohl im Familien- und Schulalltag als auch im Rahmen des Unterrichts Rechnung getragen: Beispielsweise erfuhren das Bestreiten des Schulwegs mit dem Fahrrad statt dem Auto oder das Auffüllen der eigenen Getränkeflasche am Wasserspender in der Aula bei so manchem Gast aus den USA besondere Beachtung.

Vertieft wurde das Thema schließlich durch den Besuch der in der Schule aufgebauten Ausstellung der Verbraucherzentrale Bayern „Rette die Welt – zumindest ein bisschen“, welche interessante Informationen über Ressourcenverbrauch und -schutz vermittelte.

Einen ganz anderen Schwerpunkt setzte der Besuch der amerikanischen Schüler an der FH Landshut, deren Partnerschaft mit der University of South Carolina den Aufbau der Austauchprogramms erheblich erleichtert hat. Die dabei gewonnenen Eindrücke waren vielfältig und reichten von einem Vergleich des deutschen und amerikanischen Sozialsystems bis hin zu profaneren Themen wie der Bedeutung einer rechts bzw. links gebundenen Dirndlschleife.

Neben dem Unterricht kam also auch der kulturelle Austausch nicht zu kurz. Einen kulinarischen Höhepunkt stellte sicherlich der in den Räumlichkeiten des benachbarten Sonderpädagogischen Förderzentrums stattfindende Kochkurs dar. Voller Eifer wurden Schnitzel mit Kartoffelsalat, Semmelknödel, Brezen und Obazda zubereitet und mit großem Genuss verspeist. Nicht ausgeschlossen, dass in South Carolina demnächst bayerische Hausmannskost auf dem Speiseplan steht! Bayern pur gab es beim gemeinsamen Ausflugswochenende in die Alpen: Bei strahlendem Sonnenschein und bester Laune erkundete die deutsch-amerikanische Gruppe zunächst Schloss Neuschwanstein und genoss dann atemberaubende Ausblicke von der über 400 Meter langen und 114 Meter hohen Fußgängerhängebrücke Highline 179 in Tirol. Besonderen Eindruck hinterließ bei Schülern und Lehrern allerdings die Fahrt auf die Zugspitze, inklusive Rodelaction und fantastischem Bergpanorama. Die Möglichkeit, vom höchsten Berg Deutschlands aus gleichzeitig noch Gipfel in drei weiteren Ländern zu sehen, wurde nicht nur einmal mit Wörtern wie „amazing“ oder „awesome“ kommentiert. Gemeinsame Fahrten nach Salzburg und Regensburg, wo – ebenfalls bei Traumwetter – Stadtführungen, Stadtbummel und der Besuch von Schloss Hellbrunn auf dem Programm standen, rundeten das Ausflugsprogramm ab.

Die gemeinsamen zweieinhalb Wochen wurden schließlich von einem bayerischen Gaudi-Turnier beschlossen, bei dem sich deutsch-amerikanische Teams in Disziplinen wie Maßkrug-Stemmen und Wolpertinger-Weitwurf miteinander messen durften. Der äußerst lustige Abend mit zahlreichen in Tracht erschienenen Teilnehmern bot zudem die Gelegenheit, das Wissen zum Thema Dirndl-Schleife aufzufrischen, konnte aber nicht über den nahenden Abschied hinwegtäuschen. Die bei der Ankunft deutlich spürbare Wiedersehensfreude schlug immer mehr in Wehmut um und am Folgetag wurden die Gäste aus den USA schließlich von der in der Aula versammelten Schulfamilie verabschiedet. Nicht wenige hatten Tränen in den Augen und das feste Vorhaben, Kontakt zu halten und den USA-Austausch weiter zu festigen, einte die beteiligten Schüler und Lehrkräfte.

Bettina Ullrich,StRin

Bildmaterial: Die Schülerinnen und Schüler beim USA-Austausch März/April 2019