WMU BAVARIA - Unsere erste Betriebsbesichtigung

Ein Bericht von Sarah Lentner (8d) über den spannenden Ausflug zu einem international agierenden Unternehmen mit Sitz in Landshut

BMW?? Kennen wir alle. Doch hinter BMW steht in unserer Region eine Vielzahl an Zuliefererbetrieben. Einen davon, nämlich WMU BAVARIA durften wir, die Klassen 8c,d und 8b, am Mittwoch, den 13.3.2019 besichtigen. Konkret hieß das: 2 mal 2.000 Tonnen, 1 mal 700 Tonnen und noch mal eine 1.200 Tonnen Presse, die bis zu 4 m in den Boden reichten. Toll war, dass uns 4 Mitarbeiter verschiedener Abteilungen alles gezeigt haben.

In der WMU Bavaria werden jährlich mehrere Millionen und täglich um die 1.000 Teile gepresst. In dem Betrieb arbeiten derzeit ca. 450 Mitarbeiter, einige davon auch aus Korea (der Investor ist Koreaner), die deshalb auch oft in Englisch bzw. über Dolmetscher kommunizieren. Es wurden in der ersten Halle schon die fertig, gepressten Karosserie-Autoteile ausgestellt, wovon die meisten von ihrem größten Handelspartner BMW abstammten.

Eine solche Presse zu konstruieren ist schon "krass", vor allem aber auch der Aufbau einer solchen Presse. Zuerst werden die vorgelegten Platinen in die Werkzeuge der Presse, die zwischen 700.000 € und 1.000.000 € kosten, automatisch hineingesteuert und dann zugeschnitten, geformt und gelocht. Dieser schnelle Werkzeugwechsel wird natürlich videobewacht und per PC gesteuert. Außerdem zählt ein Gerät mit, wie viele Teile am Ende rauskommen. Auf der anderen Seite der Presse stehen dann auch schon die ersten Mitarbeiter am Fließband, die die fertigen Bauteile kontrollieren, manchmal auch mit Hilfe von Messmaschinen. Sie kontrollieren ob die Löcher an der richtigen Stelle sind und ob Dellen oder Ähnliches vorhanden sind. Wenn das Teil kaputt ist, kommt es zu den Abfällen in den Keller, der ungefähr so groß ist wie die Halle selbst. Die Masse des Abfalls, der täglich rauskommt, beträgt um die 600 Tonnen. Die Teile, die bei der Kontrolle in Ordnung waren, werden dann in Formen oder kleinen Stapeln sortiert und danach in die Lagerhalle transportiert. In der zweiten Halle sah man die Schweißroboter, die die einzelnen Teile verschweißen. Ein Roboter hat den Anschaffungswert von ca. 420.000€. An einem Roboter stehen 2 Mitarbeiter, wovon der eine die Teile einrichtet oder einlegt und der andere das Ganze an den Roboter weiterleitet. In einer Schicht kommen ca.320 Teile heraus.
Bei einem von 80 fertigen Teilen, werden jetzt Kontrollen durchgeführt. Entweder wird im Labor sehr stark kontrolliert oder die 100 %-Kontrolle, wobei das Teil mit Hilfe einer Zange geflext und zerstört wird.

Die nächste Abteilung war die Kontrolle bzw. die Scanbox mit Monitoren, Programmen und Kamerasystemen. Dort müssen die Teile analysiert werden, um ein Protokoll zu schreiben.

Nach den Hallenbesichtigungen, erfuhren wir noch viel über die Handelsbeziehungen mit anderen Ländern z.B. China und Mexiko und über die Zukunftspläne von WMU BAVARIA. Der Presswerkleiter stellte uns dann noch seine spannende Berufsbiografie vor und wir erfuhren mehr über die beruflichen Möglichkeiten in diesem Betrieb. In der WMU Bavaria ist ein Praktikum übrigens schon ab 15 Jahren möglich.

Es war sehr interessant die Entstehungs- und Wachstumsgeschichte der Firma, die erst 2014 auf der „grünen Wiese“ begann, kennenzulernen. Wir hatten einen informativen Vormittag erlebt und hoffen, dass dies nicht unsere letzte Betriebsbesichtigung war.

Sarah Lentner, 8d